Leo TreppProf. Dr. Dr. Leo Trepp wurde am 4. März 1913 in Mainz geboren, wo er auch seine Kindheit und Jugend verbrachte. Von 1922 bis 1931 besuchte er das damalige Realgymnasium und beendete seine Schulzeit 1931 mit der Abiturprüfung. Nach Studienaufenthalten in Frankfurt/Main und Berlin promovierte er 1935 zum Dr. phil. in Philosophie und französischer Literatur an der Universität Würzburg. 1936 erhielt er die Ordination zum Rabbiner und blieb bis zur Reichspogromnacht im November 1938 Landesrabbiner von Oldenburg. Nach vorübergehender Inhaftierung im Konzentrationslager Sachsenhausen konnte er rechtzeitig über England in die USA emigrieren. Dort lehrte er Philosophie und Geisteswissenschaften am Napa College in Kalifornien und verfasste zahlreiche religionswissenschaftliche und philosophische Schriften. Im Jahre 1981 hielt Prof. Dr. Dr. Leo Trepp eine viel beachtete Festrede zum 150jährigen Jubiläum des Schloss-Gymnasiums.

Ein Zitat aus Leo Trepps Festrede zum 150-jährigen Schuljubiläum im Jahr 1981 ist zur Vision des Gymnasiums am Kurfürstlichen Schloss geworden:

 

So hoffe ich, dass unser Gymnasium eine Schule wird ...

…immer überragend im Wissen,
immer beispielgebend in Verbrüderung, eine Schule,
in der Religion die Menschen verbindet und nicht trennt,
eine Schule des Dialogs,
eine Werkstatt des Friedens und
eine Hochburg der Freiheit mit Offenheit zur ganzen Welt.

-Leo Trepp

Danksagung von Leo Trepp an das Schlossgymnasium

Danksagung von Leo Trepp an das Schlossgymnasium

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Meine Schule - Rückblick und Ausblick eines Juden

Fünfzig Jahre sind vergangen seit meinem Abitur. So kann ich in diesem Jahre ein Doppeljubiläum feiern, das eigene im Zusammenhang mit dem 150. Geburtstag meiner Schule.] Die Erwartung, diese Doppelfeier in der Gemeinschaft von Lehrern und Schülern, den Generationen, die mir folgten froh begehen zu dürfen, erfüllt mich mit Freude und Dankbarkeit. Nach Zerissenheit können die Bande der Verbundenheit neu geknüpft werden, zu gemeinsamem Wirken für eine bessere Zukunft der Menschlichkeit, Verbundenheit und Bruderschaft.

Zur Zeit meines Abschiedes verband mich mit den Klassenkameraden nicht nur das gemeinsame Leben in der Schule, sondern ebenfalls die Erfahrung einer vielfach schweren Zeit. Früheste Erinnerung geht auf die Nacht zurück, in der mein Vater in Uniform und auf Urlaub das Kind in den Keller trug, seinen Blick schirmend vor dem Anblick des flammenden Himmels inmitten eines Fliegerangriffes im ersten Weltkriege. Dann kam der Rückzug des Heeres durch die Kaiserstraße, der Einzug der Besatzungsarmee, kalte Schulräume, Unterernährung, passiver Widerstand, Inflation und Verarmung. Unsere Schule wurde beschlagnahmt, die Klassen in andere Schulgebäude verteilt. Es war eine Periode schwersten Druckes. Was mich von vielen meiner Klassengefährten schied, war einmal die Bewertung der Periode. Ich sah in ihr eine eine Zeit schöpferischer Spannung in allen Bereichen menschlichen Strebens, ein großes Werden. Vor allem und grundlegend, erkannte ich sie als eine Epoche größter geschichtlicher Aufgabe: das Ringen um die Demokratie, ein Werden, eine bewußte Ablehnung des des autoritären Paternalismus, des Ständestaates, ein Streben um die Autonomie des selbstverantwortlichen Menschen durch Demokratie. Die Feindseligkeit vieler Deutschen diesem Streben gegenüber bedrückte mich. Die Rückschläge ließen mich um die Zukunft bangen. Für eine Reihe meiner Schulgenossen bedeutete jedoch diese Zeit eine Periode der Dekadenz, ihre Hoffnung ruhte auf einem Erwachen des völkischen Staates, seiner Macht, seines Triumphes.

Als Deutscher und Jude besaß ich ein besonderes Feingefühl für das Geschehen. Ich fühlte mich als deutscher Mensch, denn meine Ahnenkette, soweit sie dokumentarisch begründet werden konnte, ging bis zum 15. Jahrhundert zurück. Trepps waren Hofärzte der Fürstäbte von Fulda. Als Jude war ich meiner Tradition zutiefst verwurzelt. Der Vater führte mich in beide Kulturen ein: Literatur, Malerei, Musik – und den Talmud. Er wappnete mich aus der Erfahrung des eigenen Lebens für den Kampf um volle Gleichberechtigung. Wie weit wir davon waren, kam mir als Kind bereits zur Erkenntnis, als ich im Sommer 1923 die Ferien im kleinen unterfränkischen Geburtsorte meiner Mutter verbrachte. Die kleine jüdische Gemeinde im Dorf war tief verängstigt. Die “völkische” Bewegung hatte dort bereits zu Hetze geführt, ermutigt durch die schweigende Billigung der Behörden. Das Jahr meines Eintritts in das Realgymnasium sah die Ermordung Rathenaus, des Juden. Wo stand die Schule, wo stand ich in ihr?

Der Rückblick auf meine Schulzeit erfüllt mich mit tiefem Dank. Ich habe viel Wissen erworben, habe Freunde gehabt, gute verständnisvolle Lehrer. Die Grundlagen, die mir gegeben wurden, erlaubten mir mein ganzes Leben hindurch auf ihnen neue Erkenntnisse zu bauen. So sei es anerkannt: ich hatte das Glück, eine gute Schule besuchen zu dürfen.

Es war eine Schule für den Mittelstand und teilte daher dessen charakteristische Weltanschauung. Dazu gehörte, in der damals geäußerten Kritik von Ernst Troeltsch, die Zurückhaltung des des “gebildeten Mittelstandes” gegenüber seiner Verantwortung für die Demokratie.

Jeder Schule ist eine doppelte Aufgabe gestellt: Übermittlung von Wissen und Bildung der Menschen als Persönlichkeit. Beide Aufgaben fließen ineinander. Bildung des Menschen bedeutete damals wie heute die Gestaltung einer für die Demokratie engagierten Persönlichkeit. In diesem Punkt war die Schule “neutral”. Die Umwelt schuf daher den Menschen, und die Ideologien, die sich in ihr bekämpften, wurden keinerlei Kritik unterworfen.

Die Organisation des Lehrbetriebs war autoritär. Der Haupteingang der Schule war nur den Lehrern offen. Nach jeder Pause mußten sich die Schüler “aufstellen” und unter den wachsamen Augen der im Gebäude stationierten Lehrer in die Klassen marschieren. Bedeutungsvoller aber war die Erklärung des Direktors in einem Jahresbericht, der Versuch, einer Schülervertretung Mitbestimmungsrecht zu geben, habe sich nicht bewährt und sei daher von ihm gleich wieder zurückgenommen worden. Man versuchte eben gar nicht, die Schüler mit Geduld für ihre neue Verantwortung zu erziehen. Die Disziplin wurde von außen her dem Schüler auferlegt, statt in ihm als Form der Selbstdisziplin gebildet zu werden. Schüler und Schule standen in Konflikt, und der Bildungseinfluß der Schule verminderte sich dadurch zugunsten der umweltlichen Einflüsse. Dem offizielle Schulbetrieb fehlte der Sinn für Humor, und der Schüler “Humor” konnte kraß werden.

Eine Reihe meiner Lehrer hatten, obgleich sie unter Druck standen, sowohl Humor wie menschliches Verständnis, Kulturbewßtsein, das über die “Stoff”-bezogenheit hinausging. Einige wurden zu Freunden. Unter ihnen fanden sich Vertreter eines bewußten Strebens für um Demokratie. Andere tarnten ihr ideologisches Denken, wieder andere gaben ihrem “völkischen” Denken Ausdruck und wurden als “mutig” angesehen. Eine andere Gruppe hing den Mantel in den Wind. Mir gegenüber waren sie fair; mein Bruder, der noch nach der “Machtübernahme” auf dem Realgymnasium war, war solchem öffentlichen Hohn und solcher Verachtung ausgesetzt, daß er die Schule verließ. Die Sucht nach Beförderung trieb wiederum andere Lehrer zu völliger Wandlung, während Vertreter der Demokratie zwangspensioniert wurden. Eine Atmosphäre war somit geschaffen, die dem jüdischen Schüler Vorsicht auferlegte; dem christlichen Schüler mag dies gar nicht zu Bewußtsein gekommen sein.

Ich hatte und habe unter den Klassenkameraden wirkliche Freunde, denen das Schöpferische der Zeit Gegenstand des Denkens und Handelns war. Sie waren Außenseiter, denn der Rest wurde vom Strom der Zeit getrieben. Als ein viel älterer Schüler, Nationalsozialist, in die Klasse kam, brachte er andere unter seinen Einfluß.

Die Umwelt, wie sah sie aus? Das Stadttheater gab uns, das heißt denen, die es besuchten, einen Blick ins Drama und in die Oper, auch Vorträge wurden dort geboten. Die Liedertafel diente der Musik, und eine Zahl jüngerer Schüler wurde als Chorknaben zeitweilig zum Mitwirken herangezogen; auch ich war dabei. Die Gastreise der Habimah, die den “Dybuk” in Hebräisch zur Aufführung brachte, führte in vielen Städten zu Krawallen, was in Mainz durch stärksten Polizeischutz des Theaters verhütet wurde. Das war im Jahr 1929. Märsche des Reichsbanners wie des Stahlhelms und der Nationalsozialisten führten zu Straßenkämpfen. Ludendorffs Pamphlete wurden in den Schaufenstern seiner Agenturen ausgestellt. “Der Völkische Beobachter”, “Der Stürmer” brüllten ihre Botschaft in die Welt, auch für den Nichtkäufer, dem nur die Schlagzeilen in die Augen fielen. Gewisse Buchhandlungen hatten ihre “völkischen” Schaufenster: Hitlers “Mein Kampf”; Hans Grimms Roman “Volk ohne Raum”, dem Schlagwort der Nationalsozialisten; Haushofers “Geopolitik”; Rosenbergs “Mythos des 20. Jahrhunderts” und andere. Ging man in die Stadt, so war man dem Einfluß der Bewegung ausgesetzt; las man die Zeitung, so stand diese im Brennpunkt, mußte es im Hinblick auf das Geschehen.

Diese Einflüsse machten sich im Klassenraum bemerkbar: Lebensraum; Deutschland erwache; Volk ohne Raum; der Jude; die jüdische Asphaltpresse, unter der Zeitungen wie “Die Frankfurter Zeitung” und “Die Vossische Zeitung” ebenfalls verstanden wurden. Vom unkritisch zustimmenden Schülergespräch kamen sie als Quellenmaterial in die Schülerreferate.

Ein Wort der Vorsicht ist hier angebracht. Der ältere Schüler in unserer Klasse war in der Tat ein Propagandist, einige Schüler folgten ihm, immer neue Grüppchen sammelten sich um ihn im Schulhof. Wie weit sich die anderen sich seine Ideen wirklich zu eigen machten, ist schwer zu sagen. Doch konnte ich sie ja nicht fragen. So fühlte ich mich in einer Atmosphäre, in der ich mich als der Gemeinschaft im ganzen als unerwünscht und von ihr ausgeschlossen erkennen mußte. Ich wurde sensitiver. Der Druck wurde durch überhörte Bemerkungen, wie z.B. über den “schmutzigen Juden” verstärkt.

Wir dürfen jedoch nie vergessen, daß der Einfluß der Umwelt jeden unbewußt in seine Gewalt brachte. So dauerte es auch für mich eine Weile, bis ich nach meiner Auswanderung erkannte, daß der damals angeprangerte Kapitalismus gar nicht bedingungslos “böse” ist, denn durch ihn hat sich sicher der gesamte Lebensstandard des amerikanischen Volkes erhöht. Seine Auswüchse sind Schaden bringend. Das gleiche läßt sich auch vom Sozialismus sagen. In ihren Extremen sind beide Richtungen mit Demokratie und ihren Freiheiten unvereinbar. Damals fehlten mir die objektive Urteilskraft. Es ist daher zu verstehen, daß sie den anderen Schülern in weiten Gebieten fehlte. Um der Ideologie des Nationalsozialismus entgegenzutreten, bedurfte es Entscheidung, die zwar kein großes Wissen voraussetzte, aber Verpflichtung zur Menschlichkeit forderte, welche fehlte. In der Schule hätte eine kritische Analyse der Strömung entgegentreten können. In den Jahren der Umwälzung war es allerdings schon sehr spät. Sie hätte von Anfang an da sein müssen. Einige Lehrer versuchten es selbst bis zum Ende. Sie konnten den Strom nicht mehr eindämmen. Einige wenige Beispiele mögen die Lage illustrieren.

Unter den Lehrern gab es die “Vorsichtigen”.
In der Klassendiskussion: “War Bismarcks Redigierung der Emser Depesche ethisch zu billigen?” Meine spontane Antwort: “Nein”. Der Lehrer wurde sehr ärgerlich. Er sprach nicht mehr zu mir, dem Außenseiter, dessen Meinung keine Antwort verdiene. Mir dem Rücken wendend sprach er zur Klasse: “Natürlich handelte Bismarck moralisch; erließ ja nur wenige Worte des Originaltelegrammes aus, fügte keines hinzu und tat es zur Förderung der Einigung des Reiches.
Der gleiche Lehrer behandelte die Ideen Werner Sombarts, dessen Werk eine antijüdische Tendenz; Max Weber der im Protestantismus die Triebkraft des wagemutigen Kapitalismus sah, wurde nicht erwähnt.

Es gab die “Kühnen”.
In einem der naturwissenschaftlichen Fächer ging die Diskussion zeitweilig über den Stoff hinaus. Man sprach vom “Diktat von Versailles”, einer Weltverschwörung gegen Deutschland, und im Zusammenhang damit kam einmal die mir unvergessene Bemerkung: “Wir haben nichts gegen einzelne Juden, das Judentum allerdings, das müssen wir ausmerzen!”. In Schülerreferaten, die keiner Lehrerkritik unterworfen wurden, wurde dann wiederum von einer Weltverschwörung gegen Deutschland gesprochen. Die Weltkrise der Wirtschaft im Jahre 1929 wurde als eine lediglich in Deutschland bestehende, von anderen den Deutschen aufgezwungene Krise angesehen. Wer die anderen waren, das wurde nicht erklärt. Die Weltmächte versperrten Deutschland den Lebensraum, die Kolonien und die Rückkehr zur Macht – aber diese Zeiten kämen zu Ende, denn Deutschland werde erwachen. Damit würden auch die inneren Mächte des Zerfalls, die alle völkischen Werte untergruben, vernichtet werden. Als ein Beispiel der Dekadenz wurde Sigmund Freud angeführt, doch war diese Dekadenz, wie man erklärte, in allen Gebieten der Kultur erklärbar. Völkische Erneuerung grantierte den kommenden Sieg.

Man sprach vom Auslandsdeutschtum und den Versuchen, es zu verseuchen. In Amerika sei Abraham Lincoln ein gutes Beispiel. Sein Vorname wie sein Handeln bezeugten, daß er jüdischer Rasse sei. Er befreite die Neger, um den Einfluß der nordisch Weißen zu unterminieren. Die Neger würden sich, wie jede Unterrasse, weitgend zahlreicher vermehren und würden nun durch ihren Einfluß die Weißen überwältigen.

Vom Juden erklärte ein Referat, dieser kenne nur den Schacher und Wucher. Er habe keinerlei Werte. So sei es von Anbeginn gewesen. Ich wies darauf hin, daß die Bibel sich klar an ein Bauernvolk wendet. Nur unter dem Zwang des Mittelalters mußten die Juden, als einzig erlaubten Beruf, den Zinshandel aufnahmen, aus dem sie verdrängt wurden, als die christlichen Großunternehmer, die Fugger, Medici, dem Verbot der Kirche widersprechend, im eigenen Gewinninteresse den Geldhandel an sich rissen. Im Schweigen der Klasse war Ablehnung zu lesen.

Hindenburg kam nach Mainz. Die Schüler standen Spalier am Straßenrand, um den Druck der Menschenmasse zurückzuhalten. “Wenn er vorbeikommt, haltet Euch bei der Hand, formt eine Kette!” Mein rechter Nachbar war so zögernd mir die Hand zu geben, daß ich es aufgab.

Der Wahlsieg der Nationalsozialisten im Jahre 1930, der die Zahl ihrer Reichtagsabgeordneten sieben- oder achtfach erhöhte, führte zu einer jubelnden Siegesfeier vor Schulbeginn. Das Wahlergebnis wurde auf die Tafel geschrieben und nicht ausgelöscht. Von da an wurden einige Lehrer vorsichtig, meinen Gruß auf der Straße nicht zu offensichtlich zu erwidern.

Ein Lehrer brachte ein Büchlein mit einem Überblick über Universitäten. “Wer will es haben?” Ich war der einzige. Der bewußte ältere Schüler: “laß mich mal sehen, was drin ist!” Ich gab es ihm. Nach ein paar Tagen erbat ich es zurück. Seine Antwort in Gegenwart der Klasse: “Einem Jud’ gibt mer nix zurück!”

Im Turnen erhielten die Juden der Klasse je eine 5 im Abgangszeugnis.

Zum Klassenkommers ging ich nicht. Gemäß dem Bericht über die Feier war meine Entscheidung berechtigt. An der Hundertjahrfeier nahm ich teil.

Ist ein so trauriger Rückblick in einer Festschrift am Platze? Sollte sie sich nicht aufs Gute und Positive beschränken? Die Redakteure der Festschrift, die mich zu diesem Beitrage einluden, hielten ihn für wertvoll. Damit sind sie selbst zu Wegbereitern einer geistigen und gesellschaftlichen Erneuerung geworden. Die Vergangenheit ist noch nicht überwunden.

Versucht man, sie aus Wissen und Gewissen zu verdrängen, so wirkt sie aus dem Unterbewußtsein Schaden bringend weiter. Strebt man danach, sie zu verkraften, indem man sich ihrer stellt, so kann sie schöpferische Kräfte auslösen.

So sei nochmals bezeugt: Meine Schuljahre brachten mir viel Gutes, Frohes, Schönes und Wertvolles. Die letzten Jahre meiner Schulzeit waren Prüfung und Auftakt zu schweren Prüfungen, die folgten. Doch gerade aus den Prüfungen hoffe ich, ein tieferes Einfühlungsvermögen und eine größere Liebe zu meinen Mitmenschen gewonnen zu haben.

Das schreckliche Geschehen der Vergangenheit bedeutete ein Verneinen Gottes und Seines Willens. Mein Vertrauen auf Ihn und Seine Gnade hat sich verstärkt und damit mein Verantwortungsbewußtsein gegenüber jedem Menschen, da wir doch alle Seine Kinder sind. So können wir alle bewuß aus der Vergangenheit lernen.

Meine Liebe erstreckt sich heute, wie je, auf meine Schule und ihre Schüler, den jetzigen, wie denen, die ihnen folgen werden. Mein Vertrauen erstreckt sich auf ihre und Leiter, die ihre Aufgabe verstanden haben: Übermittlung des Kulturguts der Menschheit, und, auf dieser Übermittlung ruhend, aber über sie hinausgehend, die Gestaltung und Bildung von Persönlichkeiten, die kritisch denken und ethisch handeln.

Mein Hoffen auf Verwirklichung ruht in Gott.
Dann wird eine Generation erstehen, nicht verantwortlich für die Schuld der Väter, aber bewußt sich mit ihr auseinandersetzend. Angespornt einerseits durch Kenntnis der Vergangenheit und Auseinandersetzung mit ihr und andererseits durch das Kennen um Demokratie und Identifizierung mit den Idealen, Werten, und Methoden der Demokratie möge diese Generation und ihre Nachfolger sich in den Dienst des wahren Menschentums stellen, ihm anzuhängen mit ganzem Herzen, ganzer Seele und ganzer Kraft!

Aktuelles

Lesung mit Gunda Trepp – Das Schlossgymnasium in der Staatskanzlei

Zwei Dutzend Schülerinnen und Schüler, Eltern und Lehrkräfte des Schlossgymnasiums besuchten am 8. November 2018 auf Einladung des Antisemitismusbeauftragten der Landesregierung, Dieter Burgard, die Staatskanzlei. Dort stellte Gunda Trepp aus Anlass des Gedenkens an die … weiterlesen

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Bleibendes Gedenken an den Ehrenschüler: Leo-Trepp-Platz als Schuladresse
Leo Trepp: Ur-Mainzer, Rabbiner und Professor aus Leidenschaft
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Mainzer Nachrichten vom 29.06.2013, Artikel von Johannes Gerster

Am nächsten Donnerstag, 4. Juli 2013 um 16.30 Uhr, wird die Freifläche vor dem Schlossgymnasium in “Leo-Trepp-Platz” umbenannt – im Beisein von Gunda Trepp, Witwe des Rabbiners. Zwei Tage vorher, am Dienstag, 2. Juli ab 18 Uhr, würdigt dieses Gymnasium in seiner Aula sein Leben und Wirken.

Platz vor dem Mainzers Schlossgymnasium heißt nun Leo-Trepp-Platz
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Nachrichten Mainz vom 05.07.2013, Artikel von Michael Bermeitinger

Eine Initialzündung, eine Idee, viele Unterstützer – und dann ging alles ganz schnell. Auf den Tag vier Monate nach dem 100. Geburtstag des Mainzer Rabbiners, Philosophen und Autors Leo Trepp wurde der Platz vor seiner alten Schule, dem Schloss-Gymnasium, nach ihm benannt. Und besser noch: Die Schule hat auch ihre Adresse geändert – Leo-Trepp-Platz 1.