Vegan leben!? – eine Begegnung im Ethikunterricht (Jg. 12)

Am 4. Dezember 2025 hatte der Ethikkurs die Gelegenheit, mit den zwei Gästen Tamara und Florian über ihren veganen Lebensstil zu sprechen. Die beiden leben seit mehreren Jahren vegan und engagieren sich aktiv im Tierschutz. Mit ihrem Verhalten möchten sie sich konsequent für Gerechtigkeit gegenüber Tieren einsetzen. Die auf dem Foto zu sehende Flagge „Antispeziesistische Aktion“ geht auf Peter Singers Moralphilosophie des Präferenzutilitarismus zurück, den der Kurs in den Stunden davor kennengelernt hatte.

Zu Beginn erzählten sie, dass sie früher selbst Fleisch gegessen haben. Der Auslöser für ihren Wechsel war ein verstärktes Hinterfragen des eigenen Konsums sowie Informationen über Tierhaltung und Tierausbeutung unter anderem durch Dokumentationen, z. B „Dominion“ (2018). Veganismus verstehen sie daher nicht als Lifestyle, sondern als ethische Grundhaltung.

Im Alltag begegnen ihnen dennoch einige Herausforderungen. In vielen Restaurants sei die Auswahl an veganen Gerichten noch gering, und gelegentlich reagierten Menschen provokativ auf ihre Ernährungsweise. Unterstützung erhalten sie jedoch vor allem von ihren Familien. Wichtig seien ihnen zudem regelmäßige Blutuntersuchungen und die gezielte Einnahme einzelner Nährstoffe wie Vitamin B12 und Vitamin D3.

Besonders interessant war ihr Engagement in Tierschutzorganisationen wie PETA oder Animal Rights Watch (Ariwa). Durch Demonstrationen, Aktionen und Gespräche wie z. B. auf dem Kreuznacher Jahrmarkt oder in Fußgängerzonen versuchen sie, Menschen für das Thema Tierrechte zu sensibilisieren.

Auch zu aktuellen Debatten bezogen sie klar Stellung. Sie lehnen Laborfleisch ab, da es weiterhin auf tierischen Zellen basiert, und auch Insekten kommen für sie nicht als Proteinquelle infrage. Ein früheres Verlangen nach Fleisch hätten beide inzwischen vollständig abgelegt.

Das Gespräch gab dem Kurs einen vielfältigen Einblick in die Motivation und den Alltag vegan lebender Menschen und bot Anlass, das eigene Konsumverhalten kritisch zu reflektieren.

(Bericht von Ela)

Rückmeldungen aus dem Kurs:

„Der Austausch war sehr lebhaft und hat viele Anregungen geliefert, auch über den eigenen Lebensstil nachzudenken und ihn zu überdenken. Auch die sensationelle Inspiration für vegane Foodspots in der Stadt, hat Motivation geliefert, Neues auszuprobieren.“ (Silvia, Emma, Elana)

„Der Austausch war von einer sehr angenehmen Atmosphäre geprägt, die auch für eine Diskussion gesorgt hat, bei der mit Sicherheit jeder neues gelernt und bestehendes Wissen ausgebaut hat. Die veganen Besucher haben es geschafft Gefühle und Gedanken zur veganen Überzeugung angenehm zu übermitteln.“ (Nassim)

„Ich fand die Stunde sehr gelungen. Meine Fragen wurden gut und verständlich beantwortet, besonders im Bezug auf vegane Ersatzprodukte, Laborfleisch und die Herkunft von Soja. Neu für mich war vor allem, dass der Großteil des Sojaanbaus nicht für vegane Lebensmittel, sondern als Tierfutter genutzt wird. Insgesamt konnte ich viel Neues lernen und fand den Austausch sehr interessant und respektvoll.“ (Enes)

„Man hat neue Perspektiven gewonnen und einige Zusammenhänge besser verstanden. Insgesamt war der Austausch angenehm, lehrreich und hat zum Nachdenken über das eigene Konsumverhalten angeregt.“ (Taha)

„Ich fand die Stunde sehr aufschlussreich. Ich finde das beide sehr offen mit ihrer und auch unseren Meinungen umgegangen sind. Außerdem fand ich die Stunde sehr informativ.“ (Flora)

„Die Stunde war sehr interessant und die beiden haben Fragen immer respektvoll, offen und verständlich beantwortet. Hat auf jeden Fall zum Nachdenken angeregt.“ (Luis) 

„Ich fand den Austausch sehr interessant, da mir deutlich geworden ist, dass Veganismus für viele Menschen nicht nur eine Ernährungsform, sondern eine ethische Haltung ist.“ (Ela)