Teilnahme des Schlossgymnasiums an dem bundesweiten Projekt

Am 9. November 2018 jährt sich die Reichspogromnacht zum 80. Mal. Die Zentrale für politische Unterrichtsmedien im Internet e. V. möchte das mahnende Gedenken an diese verhängnisvolle Nacht wachhalten und koordiniert hierzu das bundesweite Projekt mit dem Titel „Erinnerung sichtbar machen: 80 Jahre Reichspogromnacht“.

Das Schlossgymnasium Mainz nimmt mit unterschiedlichen Schülergruppen und Projekten am Wettbewerb teil. In den Fächern Ethik, Religion, Geschichte und Deutsch wird das ehemalige und aktuelle jüdische Leben in der Stadt Mainz recherchiert und lebendig gemacht. Als Schule, die sich gegen Rassismus und für Zivilcourage einsetzt, wollen wir die folgenden Worte von Dr. h.c. Johannes Gerster, dem Schirmherrn des Projektes, beherzigen und uns engagieren:

„Die Beschäftigung junger Menschen mit der Reichspogromnacht und deren Folgen ist in doppelter Hinsicht notwendig. Zeitzeugen der Shoa können, von Ausnahmen abgesehen, nicht mehr in Schulen über die damaligen Verbrechen berichten. Die jüngere politische Entwicklung lässt befürchten, dass sich brauner Ungeist wieder in den Köpfen von Menschen breitmacht. Es ist höchste Zeit aus unserer eigenen Geschichte deutlich zu machen, wohin Ausgrenzung, Diskriminierung, Hass gegen bestimmte Bevölkerungsgruppen führen. Hier gilt es, den Anfängen zu wehren“.

Hier lesen Sie die Berichte zu den verschiedenen Projekten, die im Rahmen des Wettbewerbs am Schlossgymnasium stattfinden.

Übersicht der Projekte der einzelnen Klassen

  • Interviews (Klasse 9)
  • Nachbau eines Denkmals (Klasse 10)
  • Umfrage (Klasse 9 & 10)
  • Erklärvideo (Klasse 9)
  • Jüdische Gebäude, vorher – nachher (Klasse 9)
Die Interviews (Klasse 9)

Die Religionsklasse der Stufe 9 führte zwei Interviews mit zwei älteren Menschen um herauszufinden, ob die Menschen sich überhaupt noch daran erinnern können und noch etwas darüber wissen.

Wissen Sie was die Reichspogromnacht ist ?

Person A: „Jawohl, ich weiß was die Reichspogromnacht ist, aber ich habe damals nichts mitbekommen. Ich war acht Jahre alt damals und uns Kindern in Köln wurde nichts darüber erzählt, erst im Nachhinein wurden wir informiert.“

Person B: „Da wurden sehr viele Juden ermordet. Hauptsächliche waren daran die SS und die SA beteiligt.“

 

Wann war die Reichspogromnacht ?

Person A: „1936?“

Person B: „Die war 1938, glaube ich“

 

Was war der Auslöser der Reichspogromnacht ?

Person A: ,, Der Deutsche Botschafter wurde von einem Juden getötet.“

Person B: „Ein Jude hat hemanden Wichtiges aus Deutschland getötet. Ich fand diesen Auslöser nicht für gerechtfertigt. Gerade nach 1945 hatten die Erwachsenen eine Meinungsprägung und hatten uns Kindern alles verschwiegen.“

 

Haben Sie Leute gekannt, die sich bei der Reichspogromnacht beteiligt haben ?

Person A: „Nein, meine Familie hat sich nicht beteiligt..“

Person B: „Nein, niemanden. Keine Bekannten.“

 

Haben Sie Opfer gekannt, oder gar erleiden müssen ?

Person A: ,,Keine Opfer, Keine Bekannten, keine Verluste“

Person B: „Keine Opfer.“

 

Wie ist Ihre Einstellung zu der Reichspogromnacht?

Person A: ,,Totaler Schrott…? Ja, das kann man so sagen, finde ich. Ich finde es einfach unsinnig so etwas Verheerendes zu veranstalten.“

Person B: „Sowas darf einfach nicht sein. Sachen wie Antisemitusmus. Wir dürfen sowas nicht passieren lassen!“

 

Der Nachbau eines Denkmals

Die Schülerin Kristina Isleiwa machte sich Gedanken über die Denkmäler des Nationalsozialismus und entschied sich das Denkmal für die Opfer der NS-Gewaltherrschaft in der Altstadt von München nachzubauen. Das Denkmal wurde 1985 vom Bildhauer Andreas Sobeck geschaffen und soll als Gedenkstätte für die Opfer dienen.

Im symbolischen Kerker auf der Spitze brennt das ewige Licht, welches im Judentum und ebenfalls im Christentum für die ständige Gegenwart Gottes steht.

Denkmal für die Opfer der NS-Gewaltherrschaft in München

Nachbau des Denkmals