Informationsabend mit der Leiterin des Life-Science Lab

Informationsabend mit der Leiterin des Life-Science Lab
Life-Science Lab

Am Mittwoch, den 8.3.2017 fand ein Informationsabend mit der Leiterin des Life-Science Lab Heidelberg, Frau Dr. Kathrin Platzer, statt. Schülerinnen und Schüler der 8. bis 11. Klassen waren mit ihren Eltern eingeladen, sich über die Möglichkeiten des vom Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) angebotenen Förderprogramms für naturwissenschaftlich interessierte Jugendliche zu informieren.
Bis zum 17. April 2017 läuft die Bewerbungsfrist zur Aufnahme in das Förderprogramm für das nächste Schuljahr.

Frau Platzer stellte vor ca. 100 SchülerInnen und Eltern zunächst das DKFZ als Forschungseinrichtung vor, in das das Life-Science-Lab eingebettet ist. Obwohl die Kernaufgabe des DKFZ Forschung rund um Krebs ist, betonte Frau Platzer, dass niemand in dem Förderprogramm gezwungen ist, sich mit Krebs zu beschäftigen. Ganz im Gegenteil: Die Themenvielfalt, mit der sich die zur Zeit 25 Schülerarbeitsgruppen beschäftigen, ist beeindruckend. Neben den klassischen Gebieten wie Genetik, Mathematik, Physik oder Informatik beschäftigen sich die Jugendlichen auch mit Fragen aus Wirtschaft, Philosophie, Ethik, Synthetischer Biologie, Geschichte, Robotik, Astrophysik u.v.
Frau Platzer machte deutlich, dass es so gut wie keine Grenzen bei der persönlichen Themenwahl gibt. Finden sich mindestens drei an einem neuen Thema Interessierte, so sei es ihre Aufgabe, die dazu passenden Wissenschaftler als Mentoren zu gewinnen – und schon ist eine neue Arbeitsgruppe geboren. Bei ihren lebendigen Ausführungen und konkreten Projektbeispielen sprang der Funke über und die Faszination für die Forschung erfasste auch das Publikum.

Nachfragen aus dem Publikum

Das Publikum interessierte sich natürlich auch dafür, welchen konkreten Zeitaufwand eine Teilnahme an diesem Förderprogramm mit sich bringt. Frau Platzer führte aus, dass dazu die verpflichtende Teilnahme an mindestens 70% der Gruppentreffen gehört, die ca. einmal im Monat stattfinden. Darüberhinaus wird die Teilnahme an einem Wochenenseminar pro Schuljahr erwartet sowie mindestens der Besuch einer der Ferienakademien während der gesamten Teilnahmedauer am Programm. Die regelmäßige Teilnahme an den Freitagsvorlesungen, die in Heidelberg stattfinden, wird dagegen nicht von Schülerinnen und Schülern erwartet, die in weiterer Entfernung von Heidelberg wohnen.
Die einzig weitere Verpflichtung besteht in der Anfertigung eines Jahresberichtes, in dem die eigenen Aktivitäten reflektiert werden.

Interessiert nachgefragt wurde auch nach den Kosten des Förderprogrammes. Die gute Nachricht lautete, dass die Teilnahme nichts kostet, sogar die Wochenenseminare inklusive Unterkunft und Essen frei sind . Einzig für die Ferienakademien wird ein Unkostenbeitrag erhoben, und die Fahrtkosten vom Heimatort nach Heidelberg werden in der Regel selbst übernommen. Frau Platzer betonte jedoch, dass die Teilnahme für niemanden am Geld scheitern sollte. Der Alumni-Verein unterstützt auf Anfrage bedürftige Schülerinnen und Schüler.

Nachgefragt wurde auch, wie viele Schülerinnen und Schüler denn jedes Schuljahr die Cance hätten, in das Programm aufgenommen zu werden. Frau Platzer versicherte, dass es keine Obergrenzen und auch keine geschlechtsspezifischen Quoten gibt und theoretisch alle oder auch keiner der Berwerber aufgenommen werden könnten. Zur Zeit nehmen 250 Schüler an dem Programm teil. Es zählt alleine die Eignung, die während des Bewerbungsgespräches festgestellt wird. Auch ganz ohne Quote ist im Programm der Anteil an Mädchen und Jungen in etwa ausgeglichen.

Informationen zum Bewerbunsgverfahren

Zum Bewerbungsgespräch kann sich jeder Interessierte über die Hompepage des Sciens-Labs anmelden.
Zur Vorbereitung auf das Bewerbungsgespräch ist es lediglich notwendig, sich mit einem Thema, das einen besonders interessiert, auseinander zu setzen und es in einem kleinen Vortrag der Auswahlkommission vorzustellen. Auf Nachfrage betonte Frau Platzer ausdrücklich, dass es sich dabei nicht um ein naturwissenschaftliches Thema handelt muss. Sie erzählte von einem Bewerber, in dessen Vortrag es darum ging, dass „Punk die geilste Art von Musik“ sei. Der Bewerber wurde genommen. Wichtig sei es für die Auswahlkommission, dass die Bewerber sie von ihrer Begeisterung für ihr Thema und ihrer Motivation überzeugen. Man muss also kein „Nerd“ oder „Bücherwurm“ sein, um sich zu bewerben, sondern einfach nur interessiert und neugierig. Auch Schulnoten spielen keine Rolle. Allerdings sollte man in der Schule schon so gut sein, dass man ein bisschen Zeit für das Arbeiten im Life-Science-Lab erübrigen kann und die schulischen Leistungen nicht darunter leiden.
Der zweite Teil des Bewerbungsgesprächs besteht dann in einem Gespräch, in dem den Bewerberinnen und Bewerbern alle möglichen Fragen gestellt werden, sowohl bezüglich ihres Vortragsthemas, aber auch bezüglich ihrer außerschulischen Interessen und Hobbys. Auch die Frage, warum man sich für das Programm beworben hat, gehört zum Bewerbungsgespräch dazu. Eine andere, im Bewerbungsgespräch häufig gestellte Frage bezieht sich auf eine fiktive Zeitmaschine: Welche Persönlichkeitt aus der Vergangenheit würde man gerne einmal treffen? Warum würde man sie gerne treffen? Welche Fragen würde man ihr gerne stellen? Oder würde man grundsätzlich keine Zeitmaschine nutzen wollen? Falls ja, warum?

Persönlicher Gewinn aus dem Programm

Das Programm bietet die unglaubliche Möglichkeit, schon als Schüler bzw. Schülerin mit richtigen Wissenschaftlern in persönlichen Kontakt zu treten und auch mit teuren, modernen Geräten echte wissenschaftliche Forschung zu betreiben. Es scheint kaum Grenzen des Möglichen zu geben. Und ganz nebenbei erwirbt man auch andere, durchaus nützliche Softskills wie z.B. Verfassen von Bewerbungsschreiben, Leiten von Diskussionsrunden, Erfahrungen im Teamwork und im selbstverantwortlichen Arbeiten.
Frau Platzer wies auch darauf hin, dass das Schreiben von Empfehlungen und Gutachten z.B. für Stipendien zu ihrer regulären Arbeit gehört. Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Programms können auf ein weltweites Netz von Ehemaligen zurückgreifen, die ihnen die Tür für Praktika oder Forschungsaufenthalte auch während ihres späteren Studiums ermöglichen können.
Dass nicht zuletzt die Stimmung bei den Veranstaltungen des Life-Science-Labs immer gut ist und viele neue Freundschaften geknüpft werden können, glaubte das anwesende Publikum Frau Platzer sofort. Manch einer der Erwachsenen bedauerte wahrscheinlich heimlich, dass die Teilnahme auf Schülerinnen und Schüler beschränkt ist.

Die Leiterin
des Life-Science Labs

Life-Science Lab
Dr. phil.
Katrin Platzer

 

studierte als Stipendiatin der Studienstiftung des Deutschen Volkes Philosophie, Latein und (Alte) Geschichte in Frankfurt und schloss mit dem Ersten Staatsexamen für das Lehramt an Gymnasien in allen drei Fächern und mit dem Magister Artium im Hauptfach Philosophie ab. Sie promovierte in Philosophie mit einer Dissertation über die Symbolsprache, insbes. die Lichtsymbolik bei Nikolaus von Kues, einem Philosophen und Theologen am Umbruch vom Mittelalter zur Neuzeit. Nach einer fünfjährigen Tätigkeit als Wiss. Mitarbeiter am Zentrum für Interdisziplinäre Technikforschung (ZIT) und weiteren drei Jahren am Institut für Theologie und Sozialethik der Technischen Universität Darmstadt (TUD) arbeitete sie vier Jahre als Wiss. Referentin an der Forschungsstätte der Evangelischen Kirche in Deutschland (FEST) in Heidelberg, der interdisziplinären Forschungseinrichtung der Evangelischen Kirche in Deutschland, und – seit 2002 als hauptamtliche – Studienleiterin an der Evangelischen Akademie der Pfalz in Speyer, eine der insges. 19 evangelischen Akademien in Deutschland. Seit 2003 war sie im Umfang einer halben Personalstelle als Wiss. Mitarbeiterin an das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) in Heidelberg abgeordnet. Hier war sie als Stellv. Projektleiterin am Heidelberger Life-Science Lab tätig.
Seit 2007 leitet sie das Heidelberger Life-Science-Lab als wiss. Abteilungsleiterin.
Sie nimmt regelmäßige Lehraufträge an der Technischen Universität Darmstadt, der Evangelischen Fachhochschule Darmstadt, der Universität Freiburg und der Universität Koblenz-Landau wahr. Neben ihren Interessen an theoretischer und praktischer Philosophie, insbes. (angewandter) Ethik befaßt sie sich v.a. mit den Chancen und Risiken moderner Technologien, insbes. der modernen Biotechnologie und Gentechnik. Sie ist Italienfan und mag automobiles Kulturgut, sprich Oldtimer.

Dr. Katrin Platzer
Heidelberger Life-Science Lab
am Deutschen Krebsforschungszentrum
Im Neuenheimer Feld 581
69120 Heidelberg
Tel.: 06221/42-1401
Fax: 06221/42-1410
E-Mail: k.platzer@dkfz-heidelberg.de

Bewerben kann man sich hier: