Kursfahrt nach Barcelona 2009
Bei der Kursfahrt des 11er Biologie-Leistungskurses von Herrn Seimetz in die katalanische Metropole im Mai 2009 war das Programm vielfältig und die Laune ebenso gut wie das Wetter. Die fünf Tage boten ausreichend Gelegenheit sich nicht nur einen Überblick über die zahlreichen Sehenswürdigkeiten Barcelonas bei Fahrten mit dem Aussichtsbus oder zu Fuß zu verschaffen, sondern auch kulturelle und biologische Themen mittels einer Reihe von Schülerreferaten besonders zu veranschaulichen.
Dabei ging es natürlich zunächst um die kulturhistorischen Besonderheiten der Stadt, wie etwa das gotische Viertel Barri Gòtic, die Kathedrale, das Olympia-Gelände, den an der Küste gelegenen Berg Montjuïc, den auf der gegenüberliegenden Nordseite der Stadt gelegenen Berg Tibidabo mit der Kapelle Sagrat Cor und dem Vergnügungspark, die Plaça Reial, die Plaça Catalunya, den Hafen mit der Kolumbus-Statue und dem World Trade Center, und natürlich auch um einige der vielen Werke des berühmten Modernisme-Künstlers und Architekten Antoni Gaudi, die sich über die Stadt verstreut finden, wie die Casa Milà (La Pedrera), das Palau Güell, den Park Güell, die Casa Calvet, die Casa Batlló und natürlich die Kirche Sagrada Família, an der immer noch weiter gebaut wird.
Eine stimmungsvolle Besonderheit ist in jedem Fall die Font Màgica vor dem katalanischen Nationalmuseum nahe der Plaça d'Espanya: Diese "magic fountains" sind Springbrunnen, deren Fontänen an manchen Abenden dank einer Kombination aus Farbe und Musik zum besonderen Ereignis werden.
Auf der Plaça Catalunya und der nahe unserer Unterkunft gelegenen Flaniermeile La Rambla, wo sich tagsüber Touristen durch die zahlreichen Souvenir-Stände, Blumen- und Vogelverkäufer, Pantomimen, Cafés und Restaurants drängen, konnten wir während unseres Besuchs auch Zeugen der besonderen katalanischen Fußball-Euphorie werden, als der FC Barcelona das UEFA Champions League-Finale gegen Manchester United gewann und unzählige Fans über Stunden und bis in die Nacht dort glücklich und ausgelassen feierten. Selbst diejenigen von uns, die kurz vorher noch zu Hause den Aufstieg des 1. FSV Mainz 05 in die erste Bundesliga mitgefeiert hatten, mussten zugeben, dass die Fan-Energie der Katalanen beeindruckend war, vor allem weil sie von Anfang des Spiels an in lautstarken Scharen auf der Rambla ihren Verein bejubelten und den Spielstand dabei beim Marsch von Fernseher zu Fernseher durch die Fenster der Kneipen, Restaurants und Geschäfte verfolgten.
Da es sich um die Studienfahrt eines Biologie-Leistungskurses handelte, ging es zusätzlich zur geschichtlichen und kulturellen Stadterkundung auch immer wieder um biologische Themen wie etwa die Stadtbäume, die Pflasterritzenvegetation, Hinterhofbepflanzung, Neophyten und Neozoen oder um ökologische Aspekte der Stadtbegrünung. Dabei lernte man nicht nur, die in der Stadt zu findenden Bäume und anderen Pflanzen zu bestimmen und zu unterscheiden, sondern es wurde auch die biologische Sensibilität für eine ganze Reihe von Beobachtungen geschärft, sei es nun der Smog über der Stadt, die Gesundheit der Straßenbäume, die Artenzugehörigkeit der diversen Insekten, denen man begegnete (die Kakerlake in einem der Zimmer war zum Glück aus Gummi und von Herrn Seimetz platziert worden!), oder die Tatsache, dass außerhalb Australiens wachsende Eukalyptusbäume zwar interessant anzusehen sind, aber durchaus Probleme mit sich bringen. Auch Frau Uhland konnte noch etwas dazu lernen, wie etwa den Unterschied zwischen Agaven und Aloe Vera...
Natürlich wurde dieses somit durchaus anspruchsvolle und bewegungsintensive Programm nicht zuletzt durch das hervorragende Wetter, die schöne Unterkunft, das tägliche gemeinsame Frühstück auf der Dachterrasse sowie den Besuch des Badestrandes versüßt, so dass die Faktoren Erholung, Kommunikation und Gemeinschaftsbildung sowie der deutliche Bräunungsgrad die vereinzelt auftretenden Fußblasen wieder aufzuwiegen in der Lage waren.
Am Tag der Abreise konnte man auf den Gesichtern einiger weiblicher Kursmitglieder beim Schleppen ihrer seltsam aufgequollenen Taschen zur U-Bahn trotz der merklichen Anstrengung einen ausgesprochen zufriedenen Ausdruck unter den Schweißperlen erkennen. Ein ganz bestimmter Verdacht diesbezüglich wurde dann beim Wiegen des Gepäcks am Flughafen bestätigt, denn schon vorher hatte man sich gefragt, ob nicht einige ihrer Accessoires oder Schuhe zu neu aussahen, um bereits den staubigen Marsch auf den Tibidabo mitgemacht zu haben. Also war auch dieser Aspekt der kulturellen Erkundung nicht zu kurz gekommen.

Blick auf Barcelona vom Turm der Sagrada Familia

Die Torre Telefónica, ein Telekommunikationsturm auf dem Olympiagelände von Barcelona

Die Salamander-Fontäne im Park Guell

Die Casa Batlló, deren Fassade die Legende des heiligen Georg wiedergibt (bekannt als Kämpfer gegen Drachen und Schutzpatron Kataloniens). Das Dach stellt dabei die Schuppen, der Bereich am unteren Rand des Bildes (erster Stock des Gebäudes) das Maul eines Drachen dar.

Vortrag über die Stadtbäume vor der Skulptur Dona i Ocell (Frau und Vogel) von Joan Miró, dem katalanischen Maler, Grafiker und Bildhauer




